Der Krake (Octopus vulgaris) gehört zu den faszinierendsten Tieren der Welt. Er ist hoch intelligent – und den meisten Tieren
„intellektuell“ überlegen. Er ist neugierig, kreativ, verspielt.
Er besitzt acht Arme, die bei einem Kopffüßer direkt mit dem Kopf verbunden sind. Er hat kein Skelett, sondern nur einen weichen Mantel, der seine inneren Organe
umhüllt.
Seine Verwandten leben in allen Meeren der Erde. Der Gemeine Krake erreicht eine Größe von 65 Zentimetern – sein Cousin aus dem Pazifik erreicht bis zu drei Metern.
Lernen durch Beobachtung
Sein hoch entwickeltes Sehvermögen erlaubt es ihm, sich innerhalb von Bruchteilen von Sekunden in Farbe und Struktur seiner Haut an seine Umgebung anzupassen. Der
praktische Nutzen liegt zunächst in der Tarnung. Seine Haut zeigt aber auch seine Stimmung an. Er ist höchst sensibel und bildet sogar ganz
unterschiedliche Charaktere aus.
Ihn zeichnen aber auch seine drei Herzen und ein leistungsfähiges Nervensystem aus. Sein Gehirn ist bis in die Arme verästelt; Nervenknoten in den Armen
erlauben es ihm, diese unabhängig voneinander zu bewegen.
Höhlen und Felsspalten nutzt er als Verstecke. Sein Körperbau erlaubt es, sich selbst durch engste Zwischenräume zu zwängen. Als nachtaktiver Einzelgänger
verbringt er die meiste Zeit des Tages in einer Höhle und lauert auf Beute. In der Dämmerung geht er spazieren.
Analytische Spitzenleistungen
Seine außergewöhnliche Lernfähigkeit ergibt sich aus seinem leistungsfähigen Nervensystem in Verbindung mit einem ausgezeichneten Gedächtnis. Er kann sich
Gesichter merken und Farben, Formen und sogar größere Zahlen unterscheiden.
Auch seine analytischen Fähigkeiten sind sensationell. Er ist in der Lage, Dosen und Flaschen zu öffnen. Dank seines Orientierungssinns findet er sich selbst
in Labyrinthen zurecht. Er studiert seine Umgebung bewusst und verarbeitet diese Informationen gezielt. Er lernt und entwickelt
Lösungsstrategien vor allem durch Beobachtung.
Spielend Beziehungen aufbauen
All das erlaubt es ihm Beziehungen aufzubauen. Menschen sind für ihn weder Futter noch Feind. Sie wecken seine Neugier. Mit Menschen kann er sogar
spielen. Der Krake ist damit geradezu ein biologisches Modell eines agilen Unternehmens.